Multilinguale Webseiten: die richtigen Fragen & wie Sie Standard-Fehler vermeiden

Lokalisation Ihrer Website überzeugende Übersetzungen
04.11.2016

Wissen Sie, dass hellblau in Südostasien mit Trauer verbunden wird – und deshalb nicht verwendet werden sollte? Dass witzige Werbung mit Kühen für Indien als Marketing-Schuss gelten kann, der nach hinten los geht? Muttersprachler wissen so was. Und achten auf solche wesentlichen Details für die Wirkung einer Website.

Sie wollen expandieren? Und haben viele Fragen schon beantwortet – wie: Gibt es jemanden, der professionell mit den neuen internationalen Kunden kommunizieren kann? Können Sie den zusätzlichen bürokratischen Aufwand stemmen? Dürfen Sie Ihre Produkte überhaupt exportieren – und gibt es Bedienungsanleitungen in der neuen Zielsprache? Dann sollten sie auch für die anstehende multilinguale Website entsprechend Zeit und Mühe in die richtigen Initial-Fragen stecken.

 

Ein paar grundsätzliche Tipps, bevor Sie Ihren Übersetzungsdienstleister wählen, möchten wir Ihnen heute mit auf den Weg geben.

 

3 Fragen, die Sie sich stellen sollten, bevor Sie an das Projekt Website-Übersetzung gehen

  1. Welche Sprachen soll ich als erste übersetzen?
    Die Sprache, die für Sie am meisten Zugriffe erzeugt – was Ihnen für gewöhnlich die Trackingzahlen vermitteln. Wenn Sie zuerst nur einen Teil übersetzen – z. B. Startseite und Hauptmenü-Punkte – können Sie erste Erfahrungen sammeln. Darüber hinaus können Sie Adwords in der neuen Sprache schalten, die dann auf Landingpages in der Sprache verweisen – und Ihnen ebenfalls eine Einschätzung des neuen, zu erwartenden Traffics liefern.
  2. Was muss alles in die Übersetzung?
    Wenn Sie Ihre Website übersetzen, sollten Sie daran denken, dass Sie auch noch andere Marketing-Materialien haben, die Ihre User vielleicht sogar direkt im Web zu Gesicht bekommen. PDF-Dokumente, Grafiken, Erklärungsvideos – oder Bannerwerbung, Adwords oder Einträge in Portalen. Vergessen Sie natürlich auch nicht die mit dem Neugeschäft verbundenen Papierunterlagen wie Lieferscheine, Rechnungen, AGB etc.
  3. Reicht eine Übersetzung oder benötigen Sie eher eine Lokalisierung?
    Zwischen Übersetzung und Lokalisierung bestehen große Unterschiede. Wenn Sie per Übersetzung Ihre Website-Inhalte nur sinngemäß in die neue Zielsprache übertragen, stehen dort zwar korrekte Informationen – sehr viel marketingtauglicher ist dagegen die Lokalisierung. Denn hier sind Stil und Sound Ihrer Texte dem kulturellen Hintergrund angepasst – und der Stil auf die länderspezifischen Gegebenheiten hin optimiert. Das gilt natürlich auch für die sonstigen Elemente Ihrer Website – wie grafische Symbole, Bildauswahl oder grundsätzliches Layout.

 

3 Standard-Fehler, die Sie bei der Übersetzung oder Lokalisation vermeiden sollten

Ein Kommunikations-Medium wie die Website für ausländische Zielgruppen zu gestalten, verlangt Profis. Sie kennen die Stolperfallen – und begehen nicht die folgenden Fehler:

 

Fehler Nr. 1: Sprache ist Sprache, kulturelle Unterschiede sind nicht wichtig für den Kundendialog…

Zuhause ist doch am schönsten – in der eigenen Muttersprache zumal. Wer in seiner Sprache angesprochen wird, baut eher Vertrauen auf. Ganz einfach, weil er sich wohlfühlt. Damit steigt die Verweildauer auf Ihrer Website. Buchen Sie Übersetzungen also gezielt für ein Land. Am einfachsten leuchtet das ein, wenn man US-Englisch mit Britischem Englisch vergleicht. Ob chips oder doch french fries, mobile phone oder cell phone, colour oder color. Ob Französisch für Franzosen oder Kanadier – es fällt dem Muttersprachler eben auf, ob es für genau sein Land übersetzt wurde – oder eben nicht.

Fehler Nr. 2: Standardphrasen kann man doch einfach übersetzen. Dialogmarketing? Braucht doch keiner…

„Kostenlose Anfrage“, „In den Warenkorb legen“ oder „Newsletter anfordern“ – wenn gewohnte Bedienelemente im Web einfach nur übersetzt werden, statt die besseren Standardformulierungen des Dialogmarketings zu verwenden, geht das sofort auf die Klickraten – und kostet damit bares Geld. Ihr Übersetzer muss also darauf achten, bei „Call-to-action-Schaltflächen“ oder kritischen Verkaufs-Textbestandteilen auf jeden Fall die gewohnten Wendungen zu benutzen.

Fehler Nr. 3: Flaggen sind total ausreichend für die Sprachwahl…

Die Schweiz hat 4 Amtssprachen, Indien 23 – und die Iren klicken nicht so gern auf die UK-Flagge. Deutsch sprechen sie in Deutschland, Belgien, Brasilien, Südtirol, Luxemburg, Schweiz, Liechtenstein und Österreich. Und mehr als 70 Länder sprechen Englisch. Für gewöhnlich fahren Sie deshalb besser, einfach die Sprache zu benennen – ausgeschrieben in Buchstaben –, wenn Sie die Sprachversionen anklickbar machen.